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26.11.2015, 12:35 Uhr
AFD mit fundamentalistischem Prediger in Mössingen-Talheim
Leserbrief unseres Stadtverbandsvorsitzenden Dirk Abel
Schwäbisches Tagblatt vom 26.11.2015
Ja, in der Union ist in letzter Zeit nicht alles optimal gelaufen. Und ja, mit dem Kurs der Bundeskanzlerin muss man nicht unbedingt einig sein. Bei aller Meinungsverschiedenheit hat aber auch sie als Politikerin, wie jeder andere Mensch, einen respektvollen Umgang verdient. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt nicht nur nach dem Grundgesetz, sondern auch aus christlicher Sicht.
Der freikirchliche Prediger Tscharntke, den die Kreis-AfD nach Mössingen-Talheim eingeladen hatte, sagt über den Vater des ertrunkenen Flüchtlingsjungen, dessen trauriges Bild um die Welt ging: "Der wollte nur auf unsere Kosten neue Zähne“. Er bezeichnet Angela Merkel als „Verbrecherin“ oder an andere Stelle als „Handlangerin des Bösen“. Ich frage mich, Herr Tscharntke und AfD-Verantwortliche im Kreis Tübingen: Ist in Ihrer Logik dann der Mann im Osten, der Angela Merkel bei einer Pegida-Demo an den Galgen gewünscht hat, ein Heiliger?
Ich war zum Ende der Herbstferien mit meiner Familie im Kindergottesdienst im Belsener Gemeindehaus. Es war ein wunderbares Kirchenfest mit Gebeten, Gesang und einer friedvollen Predigt. Genauso gibt es in den anderen Stadt- und Ortsteilen viele tolle Gottesdienste und Kirchenfeste. Das brauchen wir in Mössingen. Hasspredigten wie von Herrn Tscharntke brauchen wir nicht! Und Parteien wie die AfD, die solchen Menschen eine Bühne bieten und zum Fischen von Wählerstimmen am rechten Rand benutzen, brauchen wir nicht in unseren Parlamenten. In Gottes Namen.